Die einstige Mauerstadt Lonigo befindet sich im Gebiet der „Colli Berici“. Sie ist von herrlichen Weinbergen umgeben, die ihr den Titel von Internationaler Weinstadt verleihen. Hier ist Winzergenossenschaft der „Colli Berici“ als die wichtigste in Europa bekannt.
Am 25. März wiederholt sich jedes Jahr die alte Pferdemesse, die heute zu einer Mustermesse und landwirtschaftlichen Ausstellung geworden ist. Seit der Vorgeschichte wurde Lonigo von alten Völkern des Veneto bewohnt und dann wurde es im II. Jahrhundert v. Chr. von den Römern kolonisiert. Gegen Ende des IX. Jahrhunderts wurde eine Burg gebaut, an deren Stelle sich heute der Dom und die „Villa Mugna“ erheben. Auf einem aus dem X. Jahrhundert stammenden Dokument findet man zum ersten Mal den Namen der Stadt in der Form Leonicus, die sich vielleicht auf die römische Familie Leonici de’ Flavii’ bezog. Regiert wurde Lonigo von den Städten Vicenza, Padua, der Familie „Visconti“, von der venezianischen „Serenissima“ und 1797 nach dem Campoformio-Vertrag von der österreichischen Herrschaft. Aber erst im 19. Jahrhundert stand die Stadt im höchsten Glanz. Dank der Prinzen Giovanelli, die zu dieser Zeit ihre Residenz in der Villa S. Fermo hatten, wurde Lonigo die Hautpstadt der Tiefebene im Süden Vicenzas. Die Stadt besaß damals schon ein Theater, eine Pferderennbahn und war durch ein kulturelles. Lebhaftes und dynamisches Leben charakterisiert.
Palazzo Pisani
1557 wurde Palazzo Pisani vom Grafen Giovanni Daniele Pisani nach dem Entwurf vom Architekten Michele Sammicheli gebaut; die Seitenflügel und die zwei Türme sind aber später errichtet worden. 1926 wurde es zum Rathaus der Stadt, das sich heute in der Villa Mugna befindet. Der breite Bogen unter der Villa verbindet den Garibaldi Platz mit der Hauptstraße von Lonigo, via Roma, einer geraden Linie vom Stadtzentrum bis zur Land-Villa in Bagnolo, einem Werk des Architekten Andrea Palladio.
Links von dem Bogen ist ein Brunnen aus dem XVI. Jahrhundert; die Kamine auf dem Dach weisen einen venezianischen Stil auf.
Der Dom
Dort, wo ursprünglich das Stadtschloss der Stadt, eine alte, dem Heiligen Markus geweihte Kirche und ein Nonnenkloster standen erhebt sich heute der Dom. Der Dom wurde von der Stadtbevölkerung als Dank für das Ende einer Choleraepidemie, zwischen 1877 und 1895 gebaut. Vom Architekten Giacomo Franco in neoromanischem Stil entworfen, weist das Gebäude romanische und toskanische Elemente auf, die ihm einen imposanten Anschein geben. Auf dem Hauptaltar befindet sich ein Kruzifix aus dem XVI. Jahrhundert, das laut Überlieferungen, auf einem Feld von einem Ochsenpaar beim Pflügen gefunden wurde, die sich angesichts des heiligen Gegenstandes hingekniet haben sollen. An dieses Wunder erinnert eine Gedenkstätte in Via S. Daniele. Neben dem Dom ragt der Torrione, der alte Turm, einziger Überrest des alten Schlosses.
Villa San Fermo
Auf dem Hügel über Lonigo befindet sich Villa San Fermo, die 1877 auf den Ruinen eines großartigen, den Heiligen Fermo und Rustico geweihten Benediktiner Klosters errichtet wurde. Die Villa hat einen monumentalen Eingang, dessen Statuen die Flüsse Italiens symbolisieren. Von hier führen Pfade und freie Treppen zur Villafassade. Zu der Villa gehören auch eine kleine Kirche und ein Kloster. Von der Familie Contarini gekauft, gelangte die Villa in den Besitz von Prinzen Giovanelli und blieb bis 1933 in der Familie. In den folgenden Jahren wurde die Villa zuerst von den Jesuiten, dann von den Pavoniani gekauft. Wieder restauriert, ist die Villa heute Kongresszentrum mit Gästezimmern: Hier hat auch das private Gymnasium „Lodovico Pavoni“ seinen Sitz.
La Rocca Pisana
In der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts gab Vittore Pisani dem Schüler des Architekten Palladio, Vincenzo Scamozzi, den Auftrag, diese luxuriöse Villa auf dem höchsten Hügel von Lonigo zu bauen. Als Sommersitz entworfen, wurde sie eigentlich als Zufluchtsort vor der Malaria der Reisfelder in Bagnolo benutzt. Die Villa erhebt sich auf den Ruinen einer alten Burg, woher ihr Name stammt., Mit ihrer tempelähnlichen Struktur ist die Villa voller Licht und Luft, die u.a., aus einem Loch in der Kuppel in den runden Innensaal einströmen. Hier muss sich der Besitzer wie „Herr und Gott“ (domus ac deus) gefühlt haben. Bei klarem Wetter kann man von der Roccca ein wunderschönes Panorama über die weite Ebene, von den Alpen bis zu den Apenninen genießen. Lange Zeit unbewohnt, ist die Villa in den letzten Jahren renoviert worden und ist heue im Besitz der Grafen Ferri.
Chiesa Vecchia – Die Alte Kirche
Außerhalb der Stadtmauern entstand in der 2. Hälfte des XIII. Jahrhunderts eine Kirche. Im Laufe der Jahre wurden die Seitenteile angebaut (ca. 1700) und verschiedene Änderungen vorgenommen. Den Heiligen Cristoforo, Quirico und Giulitta geweiht, hieß sie „PIEVE“ und wirdd „CHIESA VECCHIA“ (alte Kirche) genannt, seitdem der Dom besteht. In dem hellen und harmonischen Inneren befinden sich sechs Barockaltäre, die mit besonders schönen Gemälden geschmückt sind: ein eindrucksvolles Beispiel der venezianischen Malerei des XVIII. Jahrhunderts.
Das Theater
Das 1891 nach dem Entwurf vom Architekten Giovanni Carraro begonnene Theater wurde im darauf folgenden Jahr mit dem „Maskenball“ von Guiseppe Verdi eingeweiht. Durch die 10 Jahre dauerten Renovierungsarbeiten wurde das Theater völlig erneuert und 1993 wieder eröffnet: ein ganz modernes Werk des Architekten Arnoldo Regagioli ist dem schon bestehenden Gebäude hinzugefügt worden. Der mit breiten Fenstern versehene Vorbau wird für Ausstellungen genutzt. Die kostbaren Holzschnitzereien des Foyers und des Theatersaals sind von Guiseppe Regioli aus Lonigo; wie in der gemalten Dekoration von venezianischen Artisten Dolcetta und Chiampan, dominieren die Farben rosa, olivgrün und elfenbein. Das in rosa-blau gehaltene Rundbild der Decke, das den Triumph von Apollo darstellt, stammt ebenfalls von Dolcetta. Die Lampen, in Form von Glockenblumen, sind aus Muranoglas. In dem Stadt-Theater werden von November bis Mai Ballette, Konzerte, Opern und Dramas aufgeführt.